Das „Geigensaitensyndrom“ oder „Geigensaitenphänomen“ tritt oft kurz nach der Brustkrebs-OP auf. Durch die Entfernung von Lymphknoten im Bereich der Axel kann es durch das Narbengewebe zu einer Bildung von schmerzhaften Strängen in der Axel und dem Arm kommen. Hier handelt es sich um fibrosierte Lymphstränge. Meistens treten dünnere oder sogar daumendicke Stränge aus der Haut hervor und sind somit deutlich sichtbar.

 

Oben im Bild ist eine mäßige Strangbildung zu erkennen. Die Stränge ziehen häufig an der Innenseite des Oberarmes entlang bis zum Ellbogen, teilweise über den Brustkorb nach unten Richtung Bauch. Die Stränge führen oftmals zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Schulter. Dadurch fallen Alltagsaktivitäten wie z.B. T-Shirt anziehen, in einem oberen Regal einen Gegenstand herausholen oder Föhnen schwer oder tun weh. Schlanke Frauen sind in der Regel häufiger betroffen von dem Phänomen.

 

In vielen Fällen bilden sich die Stränge über den Zeitraum von ein paar Monaten von selber wieder zurück. Jedoch kann die Mobilität bis zu einem gewissen Grad dauerhaft eingeschränkt bleiben. Zudem können Schon- und Fehlhaltungen zusätzliche Probleme bereiten (z.B. Schulter- und Nackenverspannungen). Eine betroffene Frau kann viel dafür tun, dass keine dauerhaften Einschränkungen bestehen bleiben. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig frühzeitig nach der OP mit gezielten Mobilisations- und Dehnübungen zu beginnen.

 

Übungsbeispiel:

  • Zum Einstieg kannst du mit beiden Händen etwa schulterbreit ein Handtuch halten.

  • Bringe das Handtuch leicht auf Spannung.

  • Bewege dann beide Arme gleichzeitig vor dem Körper nach oben bis du ein leichtes Dehngefühl in der Axel oder im Strang spürst. Du solltest keinen Schmerz verspüren.

  • Halte kurz die Position und bewege dann beide Arme wieder nach unten. Versuche während der gesamten Bewegung die Ellbogen gestreckt zu halten.

  • Wiederhole die Bewegung 10-15 mal. Mache 30 Sekunden Pause und wiederhole die Übungen noch 1-2 mal, so dass du insgesamt 2-3 Durchgänge machst.

 

Sobald die Übung gut geht, kannst du mit intensiveren Dehnübungen weitermachen. Hierzu berate ich dich gern!